Marktforschung braucht Emotionen

Immer wieder fällt es mir auf, dass sich diese Branche emotionslos vorstellt.

Egal auf welcher Seite man landet, trifft man auf sehr trockene, emotionslose Informationen. Man wird von irgendwelchen Vorgehensweisen, Datensammlungen, Stichprobenziehungen, Panels, Statistiken erschlagen. Es ist auf keinen Fall falsch, dass diese Informationen vorhanden sind, aber sind sie wirklich im Vordergrund notwendig oder kann man sie auch irgendwo nach hinten stellen?

Marktforschung besteht nicht nur aus Daten sammeln und Statistiken erstellen, sie ist viel mehr als nur das und das sollten wir besser vermitteln.

Marktforschung bietet Entscheidungshilfen, sie lässt in die Köpfe der anderen schauen, sie macht das Unmessbare messbar, vereinfacht komplizierte Sachverhalte und lässt vieles verständlicher werden. Genau diese Punkte sollten mehr in den Vordergrund gestellt werden. Was dieser Branche fehlt, sind die Emotionen.

Wir sollten uns ein Beispiel an der Automobilindustrie nehmen. Auch das ist eine sehr komplizierte und trockene Branche, die auf viel Know-how setzt und regional unterschiedlich vorgehen muss. Diese Branche entwickelt sich rasant und es kommen mehr Neuerungen auf den Markt als in den meisten anderen Branchen. Aber trotzdem stehen die Emotionen im Vordergrund.

Keiner der Autohersteller schreibt auf seiner Homepage, wie man fahren sollte, um weniger Sprit zu verbrauchen. Keiner erklärt auf seiner Seite, wie die Zusammensetzung des eingesetzten Stahls oder des Aluminiums ist. Stattdessen vermitteln sie: „Hey zerbrich Dir nicht den Kopf, fahr Du einfach mit diesem tollen Wagen und er wird schon wenig verbrauchen. Individualisiere Dir dein Fahrzeug, mach Dir keine Sorgen, wenn Du mit diesem Wagen unterwegs bist, Du bist bestens geschützt.

In erster Linie vermitteln die Automobilhersteller wie toll es ist, genau dieses Fahrzeug zu fahren. Sie präsentieren nicht nur technischen Daten sondern auch die Emotionen. Man könnte sagen, dieses ist der Fall, weil die Autohersteller sich in erster Linie an die Endverbraucher richten und nicht an die Unternehmen. Ich denke aber, sie präsentieren sich für beide Zielgruppen und die Präsentationsform ändert sich nicht wirklich, wenn es um Produkte für Unternehmen geht. Auch bei einem LKW-Hersteller werden Emotionen angesprochen, obwohl man davon ausgehen kann, dass ein Endverbraucher nicht unbedingt das Interesse hat, mit einem 16- oder 40-Tonner zur Arbeit zu fahren. Bei der Präsentation solch eines Fahrzeuges heißt es: “Der neue … ist mehr als nur ein hervorragendes Fahrzeug..”

Ich denke, unsere Branche sollte auch mehr in diese Richtung gehen, dass wir nicht ständig von Schwierigkeiten und Komplikationen sprechen, sondern mehr darüber, wie toll es ist, Einblick in komplizierte Sachverhalte zu bekommen und von diesen Informationen zu profitieren.

Ja, es gibt viele tolle Sachen, die genau diese Branche, genau die Marktforschung bietet.

Dies ist eine sehr dynamische Branche, wir stellen uns komplett auf den Auftraggeber ein, wir definieren die richtigen Fragen, wir bringen Licht ins Dunkel.

Wer Antworten auf bis dahin nicht vorhandene Fragen liefern kann, sollte dieses auch vermitteln.

Auch wenn wir unsere Produkte in erster Linie für Unternehmen anbieten, sollten wir wissen, dass auch hier die Entscheidungen von Menschen getroffen werden, die Emotionen haben.