Meinungsmacher oder Vielverdiener?

Wer ist interessanter und sorgt für mehr Umsatz: Meinungsmacher oder Vielverdiener?

Demografische Fragen

Kaum eine Marktforschungsstudie kommt ohne demografische Fragen aus. Anhand dieser Fragen kann der Auftraggeber sehr schnell die Antworten in „Schubladen„ stecken und miteinander vergleichen. Genauso kann das Institut herausfinden, ob die Stichprobe richtig gezogen wurde. D.h., dieses ist zum einen ein Kontrollinstrument und zum anderen dient es dazu, die Ergebnisse zu gliedern. Aber sind diese Standard Fragen ausreichend oder brauchen wir weitere Fragen die standardisiert immer abgefragt werden sollten, um z.B. die Vernetzung einer Person in einer Gesellschaft darzustellen?

Man kann sagen, dass fast immer dasselbe abgefragt wird: Alter, Bildungsniveau, Familienstand, Haushaltsgröße und natürlich darf die Frage nach dem Haushaltsnettoeinkommen und dem Geschlecht nicht fehlen.

Aber was fehlt hier?

Es fehlt der Aspekt, wie sehr eine Person vernetzt ist und wer die die Meinungsmacher unter den befragten Personen sind. Das, was früher sehr aufwendig mit Fragen wie, “Wie häufig hören Sie Radion in einer durchschnittlichen Woche?“, „wie häufig lesen Sie Zeitungen,Zeitschriften, wie häufig schauen Sie TV?” abgefragt wurde kann man heute sehr schnell und effektiv mit einigen wenigen konkreten Fragen ermitteln.

Die Informationen, wie relevant die Meinung einer Person oder einer Gruppe ist, gehört schon längst zum Standard bei den Monitoring Tools und wird auch immer erhoben. Ohne diese Informationen sind die Meinungserhebungen aus den sozialen Netzwerken nicht vorstellbar.

D.h. dort werden automatisch die Daten gezogen, wie viele Follower die Person hat oder wie oft ihre Einträge geteilt werden o.ä., um die Postings besser zu ordnen.

Die Erhebung dieser Informationen sollte auch in den klassischen Methoden durchgeführt werden.

Fragen in der klassischen Marktforschung (persönlich, telefonisch, online) könnten so oder so ähnlich aussehen.

  • Betreiben Sie einen Blog und wenn ja wie lange?
  • Wenn ja, wie viele regelmäßige Leser haben Sie?
  • Haben Sie einen Twitter Account und wenn ja wie lange?
  • Wenn ja, wie viele Follower haben Sie?
  • Nutzen Sie Facebook um mit Freunden und Bekannten in Verbindung zu bleiben?
  • Wenn ja wie viele Freunde haben Sie, und wie viele Kommentare im Schnitt pro Post?

Ein Beispiel

Fast jedes größere Unternehmen lässt seine eigenen Kunden befragen, um zu erfahren, wie zufrieden oder unzufrieden die Kunden mit den Artikeln oder der Servicequalität sind.

Häufig ist es auch so, dass die Kunden nach Umsatzgrößen in Kategorien unterteilt, (Gold Kunde, Silber Kunde, Heavy User usw.) und ggf. differenziert behandelt werden. Man nimmt mit denen erneut Kontakt auf, die mit der Qualität der Produkte oder des Services besonders unzufrieden sind (natürlich nachdem Sie vorher der erneuten Kontaktaufnahme zugestimmt haben).

Wäre es denn hier nicht besser, wenn man die Kunden nicht nach Umsatz oder Region quotieren würde, sondern nach der Reichweite ihrer Meinungen, d.h. danach, wie wichtig deren Meinung in der Öffentlichkeit ist, bzw. nach der Durchdringungskraft ihrer Meinungen?

Anstatt immer denen hinterher zu rennen, die viel Umsatz machen, sollte man die zufriedenstellen, die erfolgreich über ihre Erfahrungen kommunizieren und mit der Servicequalität des Unternehmens unzufrieden sind. Stellt man in erster Linie diejenigen zufrieden, die einen hohen Umsatz machen, kann man meistens nur so viele Kunden zufriedenstellen, wie man auch tatsächlich kontaktiert hat.

ABER

Habe ich die Meinungsmacher zufriedengestellt, kann ich davon ausgehen, dass ich damit viel mehr Menschen erreicht habe als nur die mit denen ich jemals Kontakt aufgenommen habe.

Häufig ist es auch so, dass die, die einen Service sehr häufig in Anspruch nehmen und für einen hohen Umsatz sorgen, gar nicht die sind, die selbst über die Auswahl der Anbieter entscheiden.

Das ganze sieht natürlich anders aus, wenn ein „kleiner Mann mit wenig Umsatz zufriedengestellt wird, und darüber öffentlich berichtet.

Das sind alles Vorgehensweisen, die schon praktiziert werden und auf die auch geachtet wird, aber eben nur dann, wenn die Daten tatsächlich auch im Netz erhoben werden.

Einen weiteren Vorteil hätte das Ganze auch für die Vergleichbarkeit der Daten, egal aus welchen Quellen sie gewonnen wurden, sei es gefragt (Online, Persönlich, Telefonisch,) oder ungefragt (automatisiert) über die Monitoringtools.